das ewige Feuer
Montag, den 30. August 2010 um 12:14 Uhr

Kampf gegen Chimäre

Bellerophontes, der Sohn des Königs von Argos, tötete während einer Jagdparty aus Versehen seinen Bruder und wurde deshalb von seinem Vater fortgejagt. Er überquerte den Ägäischen Meer und hoffte dort vom ansässigen Herrscher, König Proitos, gereinigt zu werden. Aber leider geschah es, dass er von der Frau des Königs begehrt wurde. Aus Kränkung über Bellerophons Zurückweisung verleumdete sie ihn bei ihrem Gatten, mit der Anschuldigung er hätte sie geschändet. Proitos Adszglaubte der Version seiner Frau, traute sich aber nicht Bellerophon zu bestrafen, da, sobald das Gastrecht einmal ausgesprochen war, man sich für immer gegenseitigen Frieden und Gastfreundschaft schwor. Stattdessen schickte Proitos den nichts Ahnenden mit einem versiegelten Brief nach Lykien, wo sein Schwiegervater, König Iobates, herrschte: “Der Inhaber dieses Briefes ist aus der Welt zu schaffen: er versuchte meine Gattin: deine Tochter zu schänden.“ Aber auch Iobates wagte es nicht Bellerophon zu ermorden, denn er fürchtete die Erinyen. Stattdessen überbürdete er dem Gast einen vermeintlich tödlichen Auftrag, nämlich die feuerspeiende Chimäre niederzustrecken, ein Untier, das vorne einen Löwenkopf, in der Mitte einen Ziegenkopf und hinten einen Schlangenkopf besaß. Es verwüstete die benachbarte Landschaft, terrorisierte  die Menschen und ihr Vieh. Der  lykische Seher Polyeidos verkündigte Bellerophon, dass er für seine Exkursion Pegasus benötige. Um in den Besitz des geflügelten und ungezähmten Pferdes zu gelangen, soll er im Tempel schlafen. Während des Schlafes erschien ihm die Göttin, legte ein goldenes Zaumzeug neben ihn und sprach: „Was schläfst du, mein Prinz? Komm und ergreife dieses Amulett für das Ross und zeige es dem Pferdebändiger, deinem Vater Poseidon, währenddessen du ihm einen weißen Stier opferst.“ Darauf erwachte Bellerophon. Er näherte sich Pegasus ganz vorsichtig, während es sich an einer Quelle erfrischte.

Zwar gelang es Bellerophon mit Hilfe seines geflügelten Pferdes Pegasus die Chimäre aufzufinden. Als er der feuerspeienden Bestie so nahe kam, steckte er einen Bleiklumpen auf die Spitze seines Speers. Dann griff er die Chimäre frontal an und während er im letzten Moment abdrehte, gelang es ihm, den Klumpen im fauchenden Rachen des Tieres unterzubringen. Der feurige Hauch der Bestie brachte das Blei zum Schmelzen und verstopfte seine Atemwege. Chimäre starb, doch sein verfaulter Körper schaffte es auch nach Hunderten von Jahren nicht, das Lodern der Flammen im Maule dieses Ungeheuers zu löschen.

Einige Quellen berichten davon, dass das heilige Feuer der Olympischen Spiele von hier kommt. Offenbar brannten die Feuer, die aus kleinen Spalten im Boden austreten, früher jedoch stärker als heute, so dass sie von weithin sichtbar waren und bei Nacht Seeleuten als Orientierung dienten. Heute sind nur noch geringe Flammen von ca. 30 cm Höhe zu sehen, was darauf hindeutet, dass die unterirdischen Gasvorräte abnehmen. Bei Nacht sind die über eine Fläche von gut 2 Kilometern Länge verstreuten Feuer noch immer ein äußerst sehenswertes Naturspektakel.

tamamolmaz



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